Lose, unregelmäßige Gedanken und Erlebnisse aus meinem Auslandspraktikum in Stockholm

Samstag, 27. September 2008

Shame on me!

Hi, der Titel sagt's schon - ich schäme mich wirklich, daß ich so wenig (besser: gar nicht) schreibe...

Und auch meine viele Arbeit ist da eigentlich nicht wirklich eine Entschuldigung. Mittlerweile (nach fast 2 Monaten) habe ich mich soweit ganz gut eingelebt und auch auf der Arbeit läuft alles immer störungsfreier und routinierter. Langweilig ist es aber keineswegs und jeder Tag hat bis jetzt interessante Abwechslungen hervorgebracht.

Alles in allem bin ich bis jetzt selbst überrascht, wie relativ problemlos das bis jetzt alles gelaufen ist.

Ich werde dieses Wochenende 'mal ein paar ältere Geschichten aufarbeiten und online stellen. Dann noch ein paar Fotos und ich kann wieder in den Spiegel schauen.

Alles Liebe aus Stockholm!

Sonntag, 10. August 2008

Schon wieder Besuch!

Samstag:

Alex kommt heute und bleibt bis Montag! Wie ich mich auf meine Kleine freue… Sie kommt laut Plan gegen 13:40 am Busbahnhof an, da sie mit Ryanair von "Düsseldorf"-Weeze nach STH-Skavsta fliegt. Vorher gehe ich schon mal am SL Center vorbei, um ihr schon mal eine "72 timer kort" zu kaufen.
Mein gestriger Versuch eine ab Samstag zu erwerben endete nach 20min Schlangestehen mit einem simplen "If you want the ticket to start tomorrow, then you have to buy it tomorrow!". Super konsequent gemacht, Jungs! Beim 30 Tage Ticket wird man gefragt, wann es loslaufen soll, beim 72h Ticket geht das nicht – wo ist die Logik? Und warum schreibt man derlei Informationen nicht 'mal auf die Werbedisplays? Oder zumindest ins Internet? Also wieder 'mal 20min anstellen…wobei es diesmal eher 30 sind. Aber zum Glück hat Alex' Bus auch Verkehrsprobleme, so dass ihre SMS erst kommt, als ich schon auf dem Weg zum BBf bin.

Die Wiedersehensfreude ist natürlich beiderseits groß. Erstmal das Gepäck in die Wohnung, einen Tee trinken und ein paar Kekse zur Stärkung, bevor wir uns auf den Weg Richtung Innenstadt machen. Zeige ihr schon mal die schönsten Bausünden der Stockholmer (Sergels Torg usw.) und auch ein paar preiswerte Kaufhäuser (Nordiska Kompaniet…;)
Nachdem wir unten beim Stadthus ein wenig geschaut haben, wird der Himmel immer dunkler.

Also brechen wir das Sightseeing kurzfristig ab, fahren mit der Tunnelbanen zum LIDL und organisieren erstmal Abendessen. Dann nix wie nach Hause und erstmal ein wenig ausspannen. Nach dem Abendessen (Wraps mit einer selbstgemachten Füllung, die aus Hähnchenhackfleisch (welcher Teil der Lebensmittelverordnung spricht eigentlich dagegen, dass so was auch bei uns in den Handel kommt?), Tomaten und Paprika besteht, dazu Salat und geriebener Parmesan – sehr lecker, genau wie der Shiraz, den Alex im Weezener Duty-Free erstanden hat, gehen wir noch ein bisschen am Strandvagen spazieren und genießen auf dem Hinweg die schöne Aussicht über den Anfang der Ostsee und auf dem Rückweg bewundern wir die prunkvoll gestalteten Hausflure der wunderschön erhaltenen Altbauten dort. Ein Haus ist hier schöner als das andere, da ist es uns auch egal, dass die Bewohner dieses Stadtteils als eher skandinavisch untypisch hochnäsig gelten.

Eigentlich wollen wir nachher noch ein wenig ausgehen oder zumindest noch was trinken, aber Alex ist ziemlich erledigt und so geht es doch direkt nach Hause. Die Nacht ist eher wenig erholsam – das Bett ist eindeutig zu schmal für uns zwei. Wenn ich daran denke, dass wir in grauer Vorzeit auch schon mal zusammen in einem 80cm Bett übernachtet haben, frage ich mich echt, wie das gegangen sein soll. 40cm mehr sind jetzt auf jeden Fall zuwenig. In den frühen Morgenstunden ziehe ich auf die Couch um, aber kurz darauf wird Alex wach und wir entschließen uns, dann 'mal aufzustehen, schließlich stehen heute Skansen und Vasamuseet an.

Zuerst merke ich die Nacht auch nicht so, aber nach einigen Stunden im Skansen bin ich nur noch mäßig interessiert und dackele nur noch müde hinter Alex her. Die Schlange vor dem Vasamuseum ist riesig und wir beschließen, dass Alex sich das am Montagmorgen alleine angucken kann, während ich im Büro bin. Erstmal ein wenig Schlaf nachholen, nach 1h Matratzenhorchdienst geht's mir deutlich besser.

Kleiner Spaziergang am Hafen entlang, dann Richtung Gamla Stan, dann wieder zurück Richtung Innenstadt und Ausschau nach einem Lokal zum Essengehen gehalten. Wir landen schließlich bei Friday's [Link], wo ich den bisher teuersten Cheeseburger meines Lebens verzehre (17 EUR)…
Noch ein kleiner Verdauungsspaziergang, dann ist das Wochenende auch schon vorbei. Für morgen sind wir noch mal zum Mittagessen verabredet und dann war's das auch schon :(.

Donnerstag, 7. August 2008

Besuch!

Heute 'mal ein Highlight: zwei gute Freunde aus Deutschland gehen mit einem Kreuzfahrtschiff in Stockholm vor Anker und wir haben uns schon vor Wochen zu einem Treffen verabredet.

Das wir überhaupt zeitgleich in Stockholm sind, ist absoluter Zufall - der Freund, den ich schon seit der 5. Klasse kenne, ist Künstler [Link] und für das Unterhaltungsprogramm auf dem Schiff gebucht. Völlig untypischerweise bleibt das Schiff auch über Nacht am Hafen vor Anker, so daß wir in unserer Abendplanung in keinster Weise beschränkt werden.

Per SMS präzisieren wir Zeit und Ort und so haue ich um kurz vor 16 Uhr aus dem Büro ab und treffe mich mit dem beiden am Rijksdag. Nachdem die beiden mit einiger Verspätung den Treffpunkt gefunden haben (war wohl etwas schwieriger, weil sie keinen Bock auf den kostenpflichtigen Shuttle der Kreuzfahrt hatten), gehen wir erstmal einen besseren Stadtplan organisieren, danach wieder 'mal ins Berns Bistro, wo wir so gegen 17:30 schon mit dem Verzehr alkoholischer Getränke beginnen. Nach zwei Bier auf halbwegs nüchternen Magen habe ich schon ordentlich einen im Tee (man ist halt nix mehr gewohnt bei den Preisen hier…). Wir beschließen, noch ein wenig Gamla Stan gucken zu gehen. Vorher möchte ich aber zumindest was anderes anziehen und da die Wohnung vom Berns aus in 3 Minuten zu Fuß zu erreichen ist, gehen wir gemeinsam dahin, klettern 5 Stockwerke hoch, ich ziehe mich um und wir gehen alle noch mal zum Klo. (Und jetzt holt sich jeder noch mal ein Eis und dann reiten wir los…)

Dann einige Zeit durch Gamla Stan gelaufen, viele wunderschöne Häuser und zigtausend andere Touris gesehen und dann in der "The Temple Bar" gelandet – also draußen vor der Bar, nicht drin. Nachdem erst gar keine Bedienung in Sichtweite ist, und danach diejenigen, die in Sichtweite gelangen, keine Veranlassung sehen, uns zu bedienen, kommt dann irgendwann später doch noch wer. Nachdem er uns einmal als zahlende Gäste akzeptiert hat, ist er aber sehr schnell, aufmerksam und freundlich.

Die Preise hier sind sehr moderat für ein "Restaurang" mitten im Tourigebiet (Burger mit Fritten und Salat, alles in allem eine sehr reichhaltige Mahlzeit kostet etwa 11 EUR, ähnlich viel die Kjöttbullar). Bier ist natürlich – wie überall - relativ teuer, aber insgesamt zahlen wir für Essen und drei Bier pro Nase auch nur knapp 25 EUR, das kostet in Deutschland teilweise eher mehr, gerade in Tourigebieten.

Irgendwie sind wir dann alle ganz schön müde von der vielen Lauferei und wir beschließen schweren Herzens, den Abend schon gegen 22:30 zu beenden. Wir trennen uns noch in Gamla Stan da die beiden mit der Tunnelbanen zum Karlaplan müssen und ich nach dem späten und reichlichen Abendessen den Heimweg zu Fuß vorziehe.

Mittwoch, 6. August 2008

So langsam geht's aber los hier...

Es geht direkt – wie erwartet - richtig stressig los. Reichlich Leute sind aus dem Urlaub zurück und alles, was im Urlaub an aufgetretenen Problemen unwichtig war, ist jetzt wieder wichtig und schreit nach Lösung. Zum Glück kommt der – neue - Kollege recht bald und kann mich nach Kräften unterstützen. Trotzdem ganz schön ins Schwitzen gekommen.

Die restliche Woche verläuft wie im Flug – jeden Tag eine (oder auch mehrere) neue Herausforderung(en).

Sonntag, 3. August 2008

Wasser, Wasser, Wasser!

Der Samstag beginnt mit Regen, setzt sich fort mit Regen und endet mit Regen. Unterbrochen wird das Ganze von gelegentlichen Schauern

Irgendwann zwischendurch gehe ich einmal kurz zum Supermarkt, mir was für's Abendessen einkaufen, aber das war's auch schon an Außenaktivitäten. Den Rest des Tages verbringe ich mit Lesen, Fernsehen und Internetsurfen. Dabei stoße ich zufällig auf das Blog von Reik und Nadine [Link], die direkt den großen Schritt gemacht haben und nach Schweden ausgewandert sind. Sehr interessant zu lesen.

Sonntag ist das Wetter deutlich besser (es regnet nur gelegentlich…;)) und ich gehe ein paar Runden spazieren. Außerdem zur Stockholms Lokaltrafik (SL) Centralstation, mir ein Monatsticket kaufen. Leider hatte ich mich verlesen, als ich in Deutschland nach den Ticketpreisen geschaut hatte, und das, was ich für das Studententicket gehalten habe, war die Schülerkarte. Da die wirkliche Studentenkarte fast doppelt so teuer ist, lohnt es sich ganz knapp nicht, für 3 Monate eine (6 Monate gültige) studentkort zu holen, 3 Tickets a 30 Tage sind knapp billiger.

Im SL Center großes Chaos, Nummer ziehen und feststellen, dass es trotz dreier besetzter Schalter nicht wirklich schnell vorangeht (nach 10 min bin ich in der Warteschlange von Position 20 auf Position 15 vorgerückt)…das muß doch auch irgendwie anders gehen. Wieso haben die hier eigentlich (außer für Einzelfahrten) eigentlich keine Fahrkartenautomaten?

Freitag, 1. August 2008

Mir ist laaaaangweilig

Sehr früh im Büro, noch ein paar organisatorische Sachen erledigt und dann…warten – wo sind die denn alle, die uns gestern die Tür eingerannt haben?

Alles in allem einer der langweiligsten Tage ever. Ich komme sogar dazu, den ausgemisteten Elektroschrott zu untersuchen und neu zu sortieren. Finde sogar noch ein paar brauchbare Sachen, die ich wieder ins Lager einsortiere. Dann früh (17:05) abgehauen und ein bisschen durch die Gegend (Gamla Stan usw.) gelaufen.

Was mir im Laufe der Woche aufgefallen ist:

- alle Leute sehr entspannt und freundlich (gut, ist auch noch komplett Urlaubszeit)

- Stockholm ist nicht so teuer wie gedacht, einzig Alkohol ist genauso teuer wie erwartet.

- es scheint in Schweden keine Lärmemissionsverordnung für Auspuffanlagen zu geben. Ich habe hier Motorräder und Autos gehört (und auch gesehen, aber zuerst gehört…), mit denen man in Deutschland keine 10km weit kommen würde, bevor die von der grünweißen Rennleitung stillgelegt würden.

- auch wundere ich mich etwas über die Lage von Straßencafes – da, wo Fußgängerzone ist, stehen meist nur eine Handvoll Tische und Stühle draußen, und direkt an irgendwelchen verkehrsreichen Hauptstraßen gibt es dann große Außenbereiche, wo man aber wegen der weiter oben erwähnten KFZ gelegentlich sein eigenes Wort nicht versteht.

- die Schweden sind große Fans vom "Wartenummern ziehen"-System. Selbst in normalen Geschäften (bspw. im "The Phone House") hängt so ein Automat. Finde ich grundsätzlich positiv, so drängelt sich keiner vor.

Donnerstag, 31. Juli 2008

Donnerstage sind doof

Letzter Tag, den mein Kollege vor Ort ist – alles, was heute nicht gelöst wird, wird morgen umso schwerer - ein bißchen komisch ist mir schon zumute, aber notfalls gibt's ja Telefon.

Gleichzeitig ist heute auch der erste Tag, der richtig stressig ist. Der Kollege muß sogar seinen eigentlich für 17 Uhr gebuchten Flug umbuchen und fliegt jetzt erst um 20 Uhr. Sogar mit dem späten Flieger wird es noch knapp, weil wir wirklich reichlich zu tun haben. Kurz nachdem er eigentlich schon weg ist, kommt er noch mal ins Büro gerannt und sammelt sein Mobiltelefon ein, 4 Minuten bevor der Arlanda Express fährt…ich selbst bleibe in vermeintlich weiser Voraussicht bis fast 21 Uhr im Büro, um alle möglichen Arbeiten schon im vorhinein zu erledigen, so dass ich am morgigen Freitag nicht direkt mit Hektik in den Tag starten muß. Abends dann zum ersten Mal nur Brote…besser so.

Mittwoch, 30. Juli 2008

Nummer 3

Wie an den vorherigen Tagen ist es im Büro eher ruhig, es geht mehr darum, jetzt schon mal zu verstehen, wie die Prozesse ablaufen sollten, wenn etwas zu tun wäre. Aber das ist halt leichter gedacht als gemacht. Gerade die nächste Woche ist da m. E. eher kritisch, weil keiner der Stockholmer IT Kollegen da sein wird, aber schon einige Leute aus dem Urlaub zurückkehren werden. Trotzdem wird mir recht schnell klar, dass ich mich definitiv nicht auf alle oder auch nur die meisten Eventualitäten vorbereiten kann, und es also aufs Improvisieren ankommt. Aber das kann ich ja ganz gut. ;)

Abends nach dem Büro noch zu einem kleinen Restaurant, wo wir uns beide Couscous bestellen – soviel zu meinem Plan, von den zwei warmen Mahlzeiten täglich wegzukommen…

Dienstag, 29. Juli 2008

Der 2. Tag

Morgens (boah, wird das früh hell hier) erwache ich mit deutlichen Anzeichen meiner Hausstaub/milbenallergie. Also erstmal alles Bettzeug mit Milbensppray behandeln. Der Matrazenschoner stellt sich als bei 60 Grad waschbar heraus, also ab damit in die Waschmaschine. Leider kein Waschmittel vorhanden. Naja, muß später am Tag eh noch einkaufen...

Im Büro passiert nix sonderlich Erwähnenswertes. Am restlichen Tag auch nicht, wenn man von meinem Besuch bei LIDL absieht, wo ich mich mit den nötigsten Lebensmitteln versehe (Waschmittel vergesse ich natürlich, da ich mir keinen Einkaufszettel geschrieben habe). Abends dann mit dem einen noch verbliebenen Kollegen ins Berns Bistro (http://www.berns.se/extra/pod/?module_instance=4), wo wir bei angenehmen Temperaturen und einem Glas Wein den Abend ausklingen lassen und ich ein superleckeres Omlett mit Schinken und Käse esse. Beides war sogar halbwegs günstig (also für Stockholmer Verhältnisse, das Omlett bei ca. 10 EUR, der halbe Liter Wein, den wir uns teilen, lag bei etwa 15 EUR.

Dann nix wie ins Bett und heute 'mal die Vorhänge zu, damit ich nicht wieder um 05:30 Uhr wach werde...

Montag, 28. Juli 2008

28.07. - Mein erster Tag in Stockholm

Abflug 06:50 ab DUS, passenderweise war ab 0 Uhr der Lufthansastreik angekündigt, aber natürlich wußte am Sonntag noch keiner, wie es wird, also Wecker lieber etwas früher gestellt. Wegen der schwülwarmen Nacht gar nicht richtig geschlafen und natürlich deutlich vor dem Wecker wach geworden. Viel zu früh am Flughafen gewesen (05:25), das aufzugebende Gepäck hatte ich wohlweislich schon am Abend zuvor vorbeigebracht, waren nämlich doch 3 Kilo zuviel drin und dann morgens in so einer hektischen Streikatmosphäre noch an einem weiteren Schalter anstellen um 30 EUR für Übergepäck nachzuzahlen, das hätte ich nicht unbedingt gebraucht.

Der Flug geht dann natürlich (wenn man vorher schon soviel rumhampelt und sich "was wäre wenn" Gedanken macht) absolut planmäßig und ebenso logischerweise funktioniert das Einloggen im Hotspot am Flughafen nicht, wo ich mir die Wartezeit mit ein bißchen Surfen vertreiben wollte. Kriege einfach keine IP vom DHCP...:(

Naja, kann man nix machen. An Bord soweit alles super, die nette Dame vom Check-In gestern abend hat mir tatsächlich den Platz am Notausgang gegeben - Beinfreiheit bis zum Gehtnichtmehr. Kurz nachdem wirklich alle sitzen und man sich so langsam fragt, warum's nicht losgeht, kommt ein Typ mit gelber Warnweste und Werkzeugkoffer den Gang langgetapert und verschwindet für 5 Minuten hinten im Flieger. Nachdem er wieder weg ist, geht's dann auch los. Für Leute mit Flugangst sicherlich eine interessante Erfahrung...

Flug mitsamt Landung verläuft problemlos, als ich am Gepäckband ankomme, kommt gerade mein Trolley vorbei, schnapp, ab zum Automaten und ein Ticket für den Arlanda Express gezogen, der auch 7 Minuten später kommt und mich in 20 min bis in die Stockholmer Innenstadt befördert. So schnell war ich noch nie von irgendeinem Flughafen im Stadtzentrum. (Ok, in Tempelhof mag das gehen, aber sonst...)

Der Clou an der Geschichte ist, daß in dem Gebäude, wo der Arlanda Express hält, auch direkt unser Büro ist. Laut Aussage meines Kollegen hier ist es aber außenrum ums Gebäude beim ersten Mal einfacher zu finden, und so war's dann auch. Gegen 10:20 stehe ich also im Büro, und werde von meinem Stockholmer Kollegen am Empfang abgeholt. Der restliche Arbeitstag verläuft recht ruhig (ist ja noch Urlaubszeit hier in Schweden, es arbeitet kaum jemand und auf den Straßen sieht man fast nur Touris). Ist aber für die Einarbeitung nicht schlecht, so kann ich mich in Ruhe in die Dokus einlesen, die meine Kollegen bis jetzt verfasst haben.

Nach dem Büro geht's dann zuerst einmal zu meiner Wohnung. Kollegin fragt, ob sie mitkommen soll, aber das finde ich auch alleine, denke ich mir, zumal ich dank meiner insgesamt (inkl. Duty-Free-Krempel) knapp 40 kg Gepäck sowieso mit dem Taxi fahre. Die Taxifahrerin spricht englisch (wie ich übrigens auch danach noch die ganze Woche über mit keinem Menschen zu tun hatte, der kein Englisch spricht), ist sehr nett und setzt mich mitten vor der Haustür ab. Rein und - Verwirrung! Das ganze Haus wird renoviert, ist komplett eingerüstet und auch von innen zum Schutz mit Bauholzplatten verkleidet. Im Treppenhaus dann noch mehr Verwirrung: die Kollegin sprach vom 5. Stock ohne Aufzug, aber hier ist doch einer? Trotzdem 'mal hochgefahren (vielleicht meinte sie ja auch nur, der sei kaputt, und bei dem uralten Ding - so einer, wie man den aus alten Hitchcockfilmen kennt mit zwei Gittertüren - kann ich mir schon lebhaft vorstellen, daß der häufiger streikt). Oben angekommen paßt der Schlüssel nicht (und auch das, was man von der Wohnung aus dem Fenster im Treppenhaus sehen kann, passt nicht zu den Fotos, die ich schon gesehen habe).

Hm, kein Telefon dabei (meine SIM liegt zuhause), auch sonst niemand da, den man fragen könnte. Testweise - aber mit wenig Hoffnung - auch noch im 4. Stock probiert, aber auch da passt nix.

Also wieder runter. Hinten aus dem Hinterausgang raus, schräg über den Hof und in das nächste Treppenhaus rein. Aha, hier gibt es keinen Aufzug, also wird das wohl richtig sein. Kurz überlegt, ob ich den schweren Koffer erstmal unten lasse und 'mal kurz oben schaue, ob's wirklich richtig ist, aber da sind auch wertvolle Sachen drin und das ist mir unsympatisch. Nach viel Geschnaufe stehe ich am oberen Ende der Treppe an einer Tür ohne Namensschild und auch dort passt keiner meiner Schlüssel. So langsam bin ich echt am ver2feln - da höre ich von irgendwo unten Geklapper. Lasse den Koffer da oben stehen und wetze die Treppe herunter, wo ich eine ziemlich überraschte Frau treffe mit einem Wäschekorb in der Hand. Auch sie spricht glücklicherweise englisch, weiß aber von nichts. Aber sie ruft 'mal ihren Mann an. Ihr Mann weiß auch nix, ruft aber 'mal den Vermieter an. Kurze Zeit später ruft der Mann zurück mit der Nachricht, daß der Vermieter nicht zu erreichen ist - Murphy's Law gilt also auch im Land der Elche. Irgendwann stellt sich raus, daß ich grundsätzlich da oben wohl doch grundsätzlich irgendwie schon richtig war. Aber warum passt der Schlüssel dann nicht? Ich düse nochmal 5 Etagen (und zwar Altbauetagen!) rauf bis zu der Tür am Treppenende und - nein, der Schlüssel passt nicht, der geht gar nicht erst ins Schloss. Ermutigt durch die Versicherung, daß es aber wohl schon hier sein muß, drücke ich die Klinke - und die Tür geht auf! Dahinter dann nochmal 10 Stufen und dann bin ich an meiner Wohnungstür, wo der Schlüssel dann auch passt...da soll einer drauf kommen...aufgrund dieser zeitraubenden Aktion verbleiben mir bis zum Treffen mit meinen Arbeitskollegen nunmehr nur noch 30 Minuten für Kofferauspacken, Duschen, Anziehen und 10min Fußweg bis zum Treffpunkt - also alles hopphopphopp. Der Abend endet bei einem Italiener, der eher in die Rubrik "Touristenfalle" fällt. Alles nicht ganz schlecht, aber eben auch nicht so richtig gut. "Zuhause" dann noch ein wenig Kofferauspacken und Sachen einsortieren, bis ich so gegen 01:00 Uhr - nach knapp 3 Stunden Schlaf in der Nacht zuvor - beschließe, das es jetzt doch 'mal Zeit fürs Matratzenhorchen ist.